«Wir gehen mit Freude nach Bolivien»

Die Lateinamerikanistin Anne-Margarita Erbe und der Sozialpädagoge Andrés Dehmel reisen mit COMUNDO nach Bolivien aus. Dort wird sich das Paar während drei Jahren in Entwicklungsprojekten für benachteiligte Menschen einsetzen.

 

Anne-Margarita Erbe und Andrés Dehmel freuen sich auf die bevorstehende Herausforderung in Bolivien, wo sie mit  COMUNDO dreijährige Entwicklungseinsätze leisten werden.

«Wir waren uns sofort einig», antworteten Anne-Margarita Erbe und Andrés Dehmel lachend auf die Frage, ob es Diskussionen über das Ob und das Wo eines Entwicklungseinsatzes gegeben habe. Beide sind überzeugt von den Vorteilen einer sich gegenseitig bereichernden Zusammenarbeit mit bolivianischen Kolleginnen und Kollegen: «Wir sehen uns als Weltbürger und bekennen uns zur globalen Verantwortung unserer Gesellschaft», sagt Andrés. Zudem fühlen sie sich schon seit ihrer Kindheit persönlich mit Lateinamerika verbunden. Beide werden in verschiedenen COMUNDO-Partnerprojekten arbeiten, ihrer individuellen Fachkompetenz entsprechend. Ein Glücksfall.
 
Förderung landwirtschaftlicher Ausbildung zur Existenzsicherung
Die aus Süddeutschland stammende Anne-Margarita Erbe ist Lateinamerikanistin, Publizistin und Pädagogin. In der COMUNDO-Partnerorganisation ‚Fundación Colonia Piraí‘, einer 1973 von Jesuiten mit Strassenkindern am Stadtrand von Santa Cruz gegründeten Organisation, übernimmt sie eine wichtige Funktion in der Wissensvermittlung. Die jungen Auszubildenden der Landwirtschaftsschule mit Internat kommen aus ländlichen Regionen im Tiefland Boliviens, in denen die Lage vieler Familien schwierig ist. Zumeist Selbstversorger, haben sie zunehmend Mühe, ertragreiche Ernten für den Eigenbedarf und den Verkauf zu erwirtschaften. Viele Jugendliche verlassen die Gemeinden auf der Suche nach Zukunftsperspektiven. Um der Landflucht entgegenzuwirken, wird Anne-Margarita mithelfen, die agro-ökologische Ausbildung in der Colonia Piraí zu verbessern, damit die Menschen die Chancen einer nachhaltigen Subsistenzlandwirtschaft vor Ort wahrnehmen und auch das kulturelle Erbe in ihrem Herkunftsgebiet erhalten können.
 
Perspektiven für Menschen in Migration
Andrés Dehmel, aus Hessen stammend, wird sich für ebenjene Menschen einsetzen, die auf der Suche nach Lebensperspektiven vom Land in die Stadt flüchten. Diese meist jungen Menschen sind in ihrer prekären Situation sehr verletzlich. Viele sind allein, ohne soziales Netz oder Anlaufstelle, und leben auf der Strasse. Nicht wenige fallen dem Menschenhandel zum Opfer. Der Sozialpädagoge wird die COMUNDO-Partnerorganisation ‚Pastoral de la Movilidad Humana‘, die sich für diese Menschen einsetzt, sich aber selbst in einer unsicheren Situation befindet, stärken und organisatorisch weiterentwickeln, ihre Anerkennung und auch ihre Finanzlage stärken. Dies alles mit dem Ziel, den Migrantinnen und Migranten neben einem Unterschlupf auch eine Begleitung und rechtliche, administrative wie psychologische Beratung anbieten zu können.
 
Sowohl Anne-Margarita wie Andrés haben sich bereits früher in Entwicklungsprojekten und Sozialeinsätzen engagiert und etliche Jahre in Südamerika gelebt. Andrés ist in Bolivien geboren. Es wird ein Einsatz auf Augenhöhe, ein gegenseitiges Vermitteln und Lernen. «Wir freuen uns auf einen intensiven Austausch und die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Es ist grosses Wissen vorhanden, es herrscht riesengrosses Engagement, jedoch fehlen Mittel und Strukturen», so Andrés. «Hier wollen wir unsere Fach- und Lebenserfahrung einbringen». Offensichtlich ist, dass beide ihre Arbeit und ihr Leben in Bolivien mit Freude angehen. «Endlich geht es los», so beide unisono.