Im Einsatz für die Indigenen in Peru

Was Martin Wanner in Peru erwartet, tönt rau – nicht nur klimatisch: Menschenrechtsverletzungen wie fehlender Zugang zu Wasser, medizinischer Versorgung oder Bildung, Landrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung gegenüber der indigenen Bevölkerung sind allgegenwärtig.

Martin Wanner

Dass Martin Wanner aus dem sankt-gallischen Jona in Peru Indigenen zu mehr Mitsprache verhelfen will, ist die logische Folge seines bisherigen beruflichen und persönlichen Werdegangs. Mit Menschen etwas zu erleben und zu erschaffen, gehört für ihn zum Alltag, sei‘s in der Freizeit als Pfadileiter, sei‘s bei der Arbeit – zuletzt als Praktikant bei der Gesellschaft für bedrohte Völker in Ostermundigen, wo er zu Recherchezwecken für mehrere Wochen nach Peru reisen durfte. Im schulischen Rucksack steckt zudem das Übersetzerddiplom in Englisch und Spanisch sowie der Master in Europastudien – besser vorbereitet für seinen Einsatz mit COMUNDO im peruanischen Hochland kann er also kaum mehr sein.
 
Menschenrechtsverletzungen sind allgegenwärtig

Zumindest wie die Lebenssituation der indigenen Bevölkerung im peruanischen Hochland aussieht, kann er sich gut vorstellen. Schon fast ein Profi also. Martin Wanner winkt ab. Lediglich einen Einblick habe er bekommen, mit was für Schwierigkeiten die Indigenen konfrontiert sind, sagt er. Menschenrechtsverletzungen wie fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser, medizinischer Versorgung oder Bildung, Landrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung sind allgegenwärtig. Diese Thematiken anzugehen und gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen für mehr Selbstbestimmung zu finden, wird seine Hauptaufgabe sein beim Engagement bei IDECA, der Partnerorganisation von COMUNDO in Puno.
 
Gemeinsam Lösungen finden
Wie er das angehen will? «Zunächst einmal beobachten, in welchen Strukturen die Leute leben. Ihre Kultur, Traditionen und Werte kennenlernen. Herausfinden, wie sie denken, was sie wünschen und brauchen.» Schritt für Schritt möchte er sie über ihre Rechte aufklären und mit ihnen erarbeiten, wie sie diese einfordern und durchsetzen können. Eine enge Zusammenarbeit ist für ihn zentral, denn er ist überzeugt: «Lösungen sind nur nachhaltig, wenn sie mit der Weltsicht und Lebensweise der Betroffenen vereinbar sind. Denn unser externer europäischer Blick ist oft ein ganz anderer.»