Einsatz für die Menschenrechte lohnt sich

Vom 4. bis 9. Dezember 2017 führen COMUNDO und das stattkino Luzern zum achten Mal die FILMTAGE MENSCHENRECHTE LUZERN durch. In neun Filmen und moderierten Gesprächen erhalten die Zuschauer/innen Einblick in das konkrete Engagement von Menschen und Organisationen, die sich weltweit unter schwierigsten Bedingungen für würdige Lebensbedingungen und Menschenrechte einsetzen.

Grundlegende Rechte von Bevölkerungsgruppen werden überall auf der Welt regelmässig verletzt – davon zeugen auch die Filme, die an den FILMTAGEN MENSCHENRECHTE im stattkino Luzern zu sehen sind. «Doch wollen wir mit unseren Filmtagen nicht Ohnmacht erzeugen, sondern aufzeigen, wieso sich der Einsatz für die Menschenrechte lohnt», sagt Tom Giger, Projektleiter des Hauptprogrammes. Dazu brauche es auch Solidarität und Unterstützung von uns: «Als Konsumenten/-innen, Fernsehzuschauer/innen der Olympischen Spiele oder politisch engagierte Menschen können wir direkten Einfluss nehmen.» Im Anschluss an die Filme ermöglichen Gespräche mit den Regisseuren und Fachleuten einen vertieften Einblick in aktuelle Menschenrechtsthemen und die Umstände, unter denen die Filme entstanden sind.

Das Hauptprogramm beginnt am Freitag, 8. Dezember nach einem Grusswort des Luzerner Stadtrats Adrian Borgula mit dem Film Kongo Tribunal. Dieser durchleuchtet anhand eines inszenierten Tribunals im Ostkongo und in Berlin die Hintergründe für den seit 20 Jahren andauernden Krieg. Deutlich wird nicht nur die menschliche Tragödie im Kongo, sondern auch, wie grosse Teile der Welt – auch die Schweiz – davon profitieren. Am Samstag, 9. Dezember sind mit Mirr, Favela Olympica und Taste of Cement drei weitere Luzerner Premieren zu sehen. Sie handeln vom Existenzkampf von Kleinbauern in Kambodscha infolge der Enteignung ihres Landes; zeigen, wie das Olympiafieber Anlass für eine unmenschliche Wirtschaftspolitik sein kann und geben Einblick in das Leben moderner Sklaven auf einer Wolkenkratzer-Baustelle in Beirut.

Konfrontation mit anderen Realitäten
Vier von insgesamt neun Filmen werden vom 4. bis 7. Dezember speziell für Schulklassen gezeigt. «Durch den Besuch der FILMTAGE MENSCHENRECHTE erhalten die jungen Menschen Einblick in andere Länder und Realitäten und werden dazu angeregt, sich Gedanken über das eigene Leben zu machen», sagt Sabine Hunger, Projektleiterin der Schulfilmtage. Mit Blanka ist ein Film aus den Philippinen, einem Einsatzland von COMUNDO, zu sehen, der in engem Bezug zum Engagement der COMUNDO-Fachperson Jasmin Stern steht. Sie setzt sich in Manila für schutzbedürftige Strassenkinder ein. Ohne Familie und Zuhause schlägt sich auch Blanka durchs Leben, die 11-jährige Hauptakteurin des Films. Im Anschluss an dessen Vorführung berichtet Jasmin Stern im Gespräch mit Carolin Schröder, Programmverantwortliche COMUNDO, von ihren Erfahrungen aus dem Einsatz.

Jugendlichen in USA droht lebenslange Haftstrafe
They call us monsters wirft einen Blick auf das repressive Justizsystem in Kalifornien: Drei Jugendliche sollen wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden, obwohl sie gerade mal 16 und 14 Jahre alt sind. «Der Dokumentarfilm thematisiert den Umgang mit grundlegenden Rechten in einem westlichen Land und wirft gerade deshalb viele Fragen auf», sagt Sabine Hunger. Chocolate de paz dokumentiert den gewaltlosen Widerstand von Dorfgemeinschaften in Kolumbien – ein Thema, das ebenfalls in engem Bezug steht zum Engagement von COMUNDO. Mit Le Ciel attendra, einem Spielfilm aus Frankreich, thematisieren die Schulfilmtage ausserdem die Radikalisierung westlicher Jugendlicher.

Anlass für die alljährliche Durchführung der FILMTAGE MENSCHENRECHTE LUZERN seit 2010 gibt der internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. In den vergangenen Jahren lockten die Filmtage jeweils zwischen 500 und 1000 Besucher/innen an.